Der frische Wind von Sweetwater

In diesen Tagen, in denen in Amerika viel davon die Rede ist, Maßnahmen zum Klimaschutz wieder zurückzunehmen, kann es schon mal in Vergessenheit geraten, dass sich in dieser Hinsicht in den letzten Jahren in den USA viel getan hat. Das Land, das vor nicht einmal einem Jahr dafür gelobt wurde, dass es den Abschluss der Klimavereinbarungen von Paris vorangetrieben hat, hat auch im Inneren viel getan, um umweltschädigende Einflüsse gerade auch bei der Energiegewinnung zu reduzieren.

Bei einer Reise durch Texas bekommt man davon einen guten Eindruck. Auf der Fahrt von Abilene in Richtung Amarillo, am unteren Ende des Panhandle, führt das grau gewordene Asphaltband des Highways durch Landstriche, in denen sanfte Hügel mit kargem Bewuchs das Bild bestimmen. Siedlungen gibt es selten und es gibt auch nicht viel, was den Wind schwächen könnte, der hier über die staubigen Böden fegt. So eine Autofahrt, bei der die Augen nicht viel finden, um einen Moment zu verweilen, kann ein wenig unaufmerksam machen und so dauert es eine Weile, bis man bemerkt, dass hier ungewöhnlich viele Windräder stehen. Tatsächlich zieht sich das Gebiet, in dem man gewinnbringend Wind ernten kann, über viele Meilen durch das Nolan County, dessen Hauptort Sweetwater ist.

Gleich hinter Sweetwater, das vor allem bekannt ist wegen seines alljährlichen „Rattlesnake Roundups“, beginnt der Korridor, an dem die Windräder aus dem Boden wachsen. Oft unter dem Begriff „Sweetwater Wind Farm“ zusammengefasst, sind es tatsächlich mehrere verschiedene Windparks, die hier alternative Energie produzieren. In einem Umfeld von 75 Meilen rund um den Ort finden sich mehr als 1800 Turbinen mit genug Kapazität, um mehr als 100.000 Haushalte zu versorgen. Ein Windpark nach dem anderen ist in den letzten 20 Jahren entstanden, Sweetwater 1-6 und noch ein paar andere.

Die Gegend ist optimal geeignet, mit beständigem Wind, viel Platz und Energie-erfahrenen Arbeitern; zudem sind Ballungszentren mit erhöhtem Energiebedarf nicht zu weit entfernt, um den Transport der Energie zu unwirtschaftlich zu machen. Und Texas setzt weiter auf natürliche Energien, im Süden des Lone Star State entstehen gerade zusätzliche Windparks. Die 11.600 Turbinen in Texas produzieren schon heute mehr als 20.000 Megawatt an Strom – mehr als dreimal so viel wie in Iowa, dem Bundesstaat mit der zweithöchsten Windenergie-Produktion.

 

Credit for image: Brian Harkin, The New York Times

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